Der Kommentar: Die Megalomanie in Dubai muss man gesehen haben, um sie zu glauben: Die Scheichs bauen die höchsten Häuser, die grössten Shoppingtempel und führen die teuersten Feuerwerke durch. Auch in der Aviatik gibt es für das Emirat nur ein Ziel: die Marktführerschaft.

Wie sinnvoll und ökologisch der Grössenwahn im Wüstenstaat ist, sei dahingestellt. Noch ist der Anteil der Middle-East-Carrier in der Schweiz klein. Doch das wird sich ändern. Schon heute bietet Emirates Preise für Flüge via Dubai an, die die Swiss unter Zugzwang bringen.

Dass die Swiss beim Bund auf mehr Unterstützung hofft, ist nachvollziehbar. Arabische Airlines wie Emirates oder Etihad können an ihren Heimathubs schalten und walten, wie sie wollen. Nachtflugsperren oder Lärmgebühren kennen sie nicht. Der Bund und nicht zuletzt die EU wären gut beraten, den hiesigen Airlines mit ihren tiefen Margen nicht noch mehr Steine in den Weg zu legen und ihnen bei Themen wie Sicherheitsgebühren und Ausbildungskosten entgegenzukommen.

Doch beim Jammern darf die Swiss etwas nicht vergessen: Die Preisschlacht gegen die potenten Scheichs kann sie nicht gewinnen. Emirates kauft sich ihr Know-how und Personal auf der ganzen Welt zusammen. Ihre Crew besteht aus 150 Nationalitäten. Genau das muss die Swiss ausnützen und ihr Profil weiter schärfen. Eine fliegende Bank wird sie wohl nie mehr werden, doch um langfristig zu überleben, muss die Lufthansa-Tochter ein kleines, aber feines Juwel am Himmel sein. Mit Schoggi, Schweizer Kreuz und einem Grüezi an Bord.

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