Der Kommentar: Italien ist nicht nur als Land der Sonne, des Weins und der schönen Strände bekannt, sondern auch als Nation der überbordenden Bürokratie. Die Formularkriege selbst für einfachste Dinge des Alltags sind legendär. Der Arbeitsmarkt ist blockiert. Selbst ein Reformer wie Matteo Renzi hat keine Chance.

Schlägt die Schweiz diesen Weg auch ein? Bundesrätin Sommaruga hat am Mittwoch angekündigt, dass die Lohndiskriminierung der Frauen künftig mit verordneten Lohnkontrollen behoben werden soll. Es wird also eine Industrie von «staatlich anerkannten Prüfungsorganisationen» entstehen, welche die Betriebsleiter und Geschäftsführer mit Excel-Tabellen und Formularen terrorisieren wird. In den letzten Monaten haben die Gewerkschaften die kantonalen Arbeitsämter dazu angestiftet, bei Berufen, die sich einer detaillierten Arbeitszeiterfassung aus natürlichen Gründen entziehen (zum Beispiel Journalisten) bürokratische Erhebungen vorzuschreiben, welche selbst die Arbeitnehmer für ausgekochten Unsinn halten.

Am Donnerstag hat die OECD für die Schweiz eine Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt festgestellt. Es wird nicht lange gehen, bis das zuständige Berner Departement auch hier Kontrollen oder Quoten für die Einstellung über 50-Jähriger vorschreiben wird. Später wird die Herkunftsdiskriminierung behoben werden müssen. Die Richterskala ist, wie immer, nach oben offen.

Der gesunde Menschenverstand und die Fairness der Arbeitgeber werden durch Überwachung, Zertifizierung und Zettelwirtschaft ersetzt. Am Ende werden alles die Arbeitnehmer ausbaden, seis in Italien oder in der Schweiz.

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