Der Kommentar: Die neuen Prognosen des Bundesamtes für Raumplanung sind eindrücklich. Allein in Zürich dürfte demnach die Passagierzahl bis 2040 um über 70 Prozent zunehmen. Insgesamt rechnet der Bund mit 80 Millionen Flugpassagieren in der Schweiz – so viele wie heute am Megahub Dubai. Kein Wunder schreien die Flughafen-Betreiber nach Massnahmen, um das drohende Volumen bewältigen zu können und auch in Zukunft internationale Firmen mit Direktverbindungen in die Schweiz zu locken. Die heutige Infrastruktur reicht nicht aus.

Dass der Bund eine aktive Flughafenpolitik betreibt und bereits heute über bauliche und betriebliche Massnahmen für die nächsten 25 Jahre nachgedacht wird, ist gut und richtig. Ein bescheidenes Wachstum muss möglich sein. Und kleinste Änderungen im Flughafenregime dauern ewig. Doch gleichzeitig sind die neusten Prognosen mit Vorsicht zu geniessen. Sie stützen sich auf eine Studie des Münchner Beratungsbüros Intraplan, das schon einmal fehlging bei seinen Prognosen.

Dass die Nachfrage stetig steigt, ist nicht in Stein gemeisselt. Unvorhersehbare wirtschaftliche und geopolitische Eruptionen können jegliche Planung zunichtemachen. Zudem tut der Flughafen Zürich gut daran, sich gar nicht erst mit megalomanischen Flughäfen wie Dubai messen zu wollen, wo Nachtruhe ein Fremdwort ist. Mit jedem zusätzlichen Dezibel wird der Goodwill der Bevölkerung in den Flughafen-Regionen auf die Probe gestellt. Egal, wie reisefreudig sie selbst ist.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper.