Der Kommentar: Vier Jahre ist es her, seit Dario Cologna mit seinem ersten Sieg an der Tour de Ski den Durchbruch an die Weltspitze schaffte und den Langlauf in der Schweiz damit schlagartig von einer Randsportart zu einer Disziplin machte, die ihren Platz in der öffentlichen Wahrnehmung behauptete. Mit seiner Goldmedaille an der WM im Val di Fiemme krönt sich der 26-jährige Bündner nun wenige Wochen nach seiner Wahl zum «Schweizer des Jahres» nicht nur zum ersten Langlauf-Weltmeister des Landes, sondern sorgt auch dafür, dass die Schweizer Medaillenbilanz an der nordischen Ski-WM erstmals seit 1966 wieder besser ist als an den Titelkämpfen der Alpinen.

Mit seinem Weltmeistertitel hat Dario Cologna den Beweis erbracht, dass er endgültig zum Champion gereift ist. Sein Olympiasieg von 2010 in Vancouver täuscht etwas darüber hinweg, dass er noch nicht lange ein Siegläufer ist. Seine ersten Erfolge feierte der begnadete Allrounder Cologna nicht in Einzelrennen, sondern in Mehretappenprüfungen wie der Tour de Ski, wo er von seiner hohen Konstanz und Ausgeglichenheit profitierte. Doch Cologna hat sich in den letzten vier Jahren konstant gesteigert und ist inzwischen zum wahren Meisterathleten herangereift.

Cologna verfügt über alle Eigenschaften, welche einen erfolgreichen Spitzensportler ausmachen. Neben einem ausserordentlichen Talent und einer hohen körperlichen Robustheit gehört dazu auch die Fähigkeit, kompromisslos auf ein Ziel zu fokussieren. Das Sprintrennen zum WM-Auftakt hat Cologna trotz Medaillenchancen ausgelassen. Weil er nicht nur eine Medaille wollte, sondern eine Goldmedaille. Es dürfte nicht seine letzte gewesen sein.

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