Der Kommentar: Die Ankündigung der Amerikaner, die Deutsche Bank mit 14 Milliarden Dollar zu büssen, ist die späte Quittung dafür, dass der amerikanische Staat den Banken mitten in der Krise mit einem Notfallvehikel über 700 Milliarden Dollar aus der Patsche half. Auch die UBS und die Credit Suisse tauschten damals illiquid gewordene Papiere gegen frisches Kapital. Die Verfahren gegen die beiden Schweizer Grossbanken sind noch am Laufen. Wie auch immer sie herauskommen, der Schaden wird in die Milliarden gehen. Deshalb tauchten die Aktienkurse.

Die Busse kann die Deutsche Bank in eine existenzielle Krise werfen. Es zeigt sich immer deutlicher, wie teuer die Ära Ackermann das grösste deutsche Geldhaus zu stehen kommt. Zwar hatte es der Schweizer Starmanager geschafft, die Bank ohne direkte Staatshilfe durch die Krise zu lotsen, wofür er sich gern selber lobte, doch er verpasste es, das Institut frühzeitig an die neuen Realitäten heranzuführen. Ein Versäumnis, für das Joe Ackermann allerdings nicht die alleinige Schuld trägt.

Der pitoyable Zustand der Deutschen Bank steht für die allgemein schlechte Verfassung des europäischen Finanzsektors. Viele Banken sind notorisch tief kapitalisiert und leiden unter einem schwindsüchtigen Kerngeschäft, weil die Wirtschaft im Euroraum trotz aller geldpolitischen Kniffe einfach nicht vom Fleck kommt. Dass sich nun Stimmen mehren, die wegen all dieser selbst verschuldeten Schwierigkeiten auf einen Bussen-Discount der Amerikaner hoffen, zeigt: Die europäischen Banken haben auch moralisch abgewirtschaftet .

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