Der Kommentar: Es schien zuletzt, dass sich die Argumente und der gesunde Menschenverstand durchsetzen. Die Gegner der unsinnigen Durchsetzungsinitiative sind erwacht und haben Boden gutgemacht. Eine Art Volksbewegung wider den zynischen Populismus ist entstanden.

Und dann das. Da spaziert eine Schweizer Gefängniswärterin mit einem syrischen Sexualstraftäter aus einem Zürcher Gefängnis. Was immer das verquere Motiv der jungen Frau war: Das Paar flüchtet im schwarzen BMW offenbar ins Ausland, jedenfalls auf und davon.

Es kam eigentlich, wie es kommen musste. Wer an Vernunft und Verstand appelliert, hat es schwer in solchen Abstimmungskämpfen. Wer Ängste und negative Gefühle schürt, kann abwarten und Tee trinken: Der nächste Skandal kommt bestimmt. «Der Fall hilft den Gegnern der DSI sicher nicht», stellt Meinungsforscher Claude Longchamp fest. Da hilft auch die Gewissheit nicht, dass die DSI den Zürcher Gefängnisausbruch nicht verhindert hätte.

Der Schaden ist zwar da, aber immerhin ist die grosse öffentliche Hysterie bisher ausgeblieben. Das hat auch damit zu tun, dass die meisten Medien bisher verantwortungsvoll mit dem Thema umgegangen sind. Sie sagen, was ist, ohne billige Stimmung zu machen. So gesehen, hat die KnastAffäre auch eine positive Seite. Es zeigt sich, dass Differenzierung auch in aufgeheizter Stimmung möglich ist. Das nährt die Hoffnung, dass sich die alte Schweizer Fähigkeit, Sinn von Unsinn und Recht von Unrecht zu unterscheiden, am 28. Februar durchsetzt.

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