Der Kommentar: Ich sehe die Pisa-Studie mit anderen Augen als viele Erwachsene. Die Schulen haben sich in der Zwischenzeit stark verändert. Wenn ich von meinen Eltern höre, wie der Unterricht früher abgelaufen ist, bin ich schon froh über die Schulen heutzutage. Ich habe das Gefühl, bei uns ist alles viel einfacher.

Es ist aber nicht nur der Unterricht, der einen Einfluss auf uns hat, es ist auch unsere Freizeit. Dadurch ist es für mich verständlich, dass die Lese- und Schreibqualität unserer Generation nicht mehr die Gleiche ist, schliesslich steht bei vielen Jugendlichen in meinem Alter die Freizeit im Vordergrund. Sprich: Man geht lieber eine Runde Fussball spielen, oder sitzt nur am Computer und beschäftigt sich mit Facebook. Das Schreiben verändert sich ausserhalb der Schule sofort.

Niemand von uns Jugendlichen achtet im Netz auf die Rechtschreibung, es geht einzig um die Kommunikation. Wir chatten, laden Bilder hoch und posten uns gegenseitig die verschiedensten Dinge an die Pinnwand, aber auf Rechtschreibung wird nicht geachtet. Dass die Lehrmeister die Lese- und Schreibfähigkeiten nicht so gut finden, ist in meinen Augen verständlich. Sie beobachten Schüler und Schülerinnen von Jahr zu Jahr, sie kennen ihre Zeugnisse und ihre Fähigkeiten. Und sie merken bestimmt eine enorme Veränderung zwischen dem Jahre 2000 und jetzt.

Meiner Meinung nach ist das Interesse am Lesen und Schreiben gesunken. Zumindest bei den Jugendlichen und den Kindern, aber auch bei den Erwachsenen wird es stark in den Hintergrund gedrängt. Früher konnte man nicht so viel unternehmen wie heute und deshalb, denke ich, haben sie mehr gelesen und schulische Aktivitäten gemacht. Jedoch würde ich Immerhin hat die Pisa-Studie ergeben, dass wir Schweizer eine hohe Platzierung in der Rangliste haben. Und dies in allen drei Fachbereichen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Dennoch, denke ich, werden die Qualitäten und die Fähigkeiten in den nächsten paar Jahren, schlechter. Es hat sich alles weiterentwickelt und das menschliche Hirn muss nicht mehr so viel arbeiten wie früher, im Grunde erledigen die Maschinen unsere Arbeit.

Das ist für mich auch der Grund, weshalb die Ergebnisse der Pisa-Studie nicht überragend sind. Obwohl die Schweiz, wie auch andere Länder, inzwischen nicht behaupten, dass es heutzutage gar keine Bedeutung hat.

Fortschritte gemacht haben. Fragt man sich dennoch, weshalb die Schulen zum Beispiel in Finnland oder in Kanada besser sind. Ich würde sagen, dass das völlig von der Kultur und vom Land abhängt. Je nach Land spielt die Schule eine grössere oder kleinere Rolle. In gewissen Ländern gibt es unzählige Schulen, und in anderen Ländern nur wenige. Meiner Meinung nach hat auch das einen Einfluss.

Die Resultate der Pisa-Studie 2010 überraschten mich im positiven Sinne. Und ich hoffe natürlich auf weitere Fortschritte, damit auch die Schweiz mal an der Spitze steht.

Die externen Kolumnisten und Kommentatoren des «Sonntags» äussern in ihren Beiträgen ihre persönliche Meinung.