Wie es aber so ist, kaum verliert jemand seinen Ruf, wird dieser von jemand anderem beansprucht. Die neuen «Meister des Universums» sind die Chefs unserer Zentralbanken. Von ihnen erwarten wir übermenschliche Taten, sei es die Landes- oder Weltwirtschaft zu retten, den Wechselkurs der eigenen Währung zum Vorteil der inländischen Industrie zu manipulieren, die Zinssätze so tief wie möglich zu halten, um die Wirtschaft zu beleben und auch noch für Preisstabilität zu sorgen.

Abgesehen davon, dass sich diese Erwartungen widersprechen und so gar nicht erfüllt werden können, beschleicht einen das ungute Gefühl, dass diese Episode in der Finanzgeschichte wirklich böse enden kann. Es ist ein Unterschied, ob private Banken ihr Kapital vernichten oder die Zentralbank mit dem Kapital ihres Landes zockt. Die Zentralbanken sind zu Sklaven der Politiker geworden und führen alle deren Wünsche aus. Das jüngste Beispiel war Japan, wo die Zentralbank im Auftrag der Regierung und mit dem Segen der G20 ihre Währung in ein paar Monaten um über 25 Prozent abgewertet hat. Die Aktienkurse schossen in die Höhe und die Hedge Funds verdienten Milliarden mit ihren Spekulationen.

Der japanischen Wirtschaft hat dieser Eingriff bis jetzt nur eine Importpreisinflation gebracht, sonst nichts. Generell sind seit der weltweiten Tiefzinspolitik, seit 2008, die Reichen reicher geworden, und die viel beschworene Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter aufgetan. Ist das nicht das Gegenteil dessen, was die Politik eigentlich wollte?

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