Der Kommentar: Nach seiner Wahl zum CVP-Präsidenten machte Gerhard Pfister schnell klar, dass er seine Partei zur Wirtschaftspartei machen will. Damit verschärfte sich der Wettbewerb, wer die echte Wirtschaftspartei sei. SVP wie Wirtschaftsverbände nahmen den Ball von Pfister auf – und die FDP in den Zangengriff.

Ohne Erfolg. Zumindest vorläufig. Mit dem «Inländervorrang light» waren es Arbeitgeber-Präsident Valentin Vogt, CVP-Präsident Gerhard Pfister und SVP-Strategiechef Christoph Blocher, die plötzlich als Verlierer dastanden. Gegen eine Allianz, welche die FDP über Monate hinweg mit der SP gezimmert hatte. Nach den Erfolgen bei den Wahlen 2015 und der Durchsetzungs-Initiative war beim Freisinn die Einsicht gewachsen, was er auf keinen Fall wollte: Sich in eine bürgerliche Regierungskoalition unter Führung von SVP-Strategiechef Blocher einzureihen.

Die Emanzipation der FDP von der SVP hat auch mit den Aversionen zwischen FDP-Ständerat Philipp Müller und Blocher zu tun. Und den Angriffen der «Weltwoche» auf Müller vor den Wahlen 2015. Appeasement-Politik, das schien der FDP je länger, desto klarer, würde sich nicht ausbezahlen. Dass CVP-Präsident Pfister bei der «Weltwoche» als einer von 16 Demokratie-«Saboteuren» auf dem Cover landete, gilt in der FDP als Beweis für diese These.

Die FDP hat aus strategischen Gründen die SP zurück an den Verhandlungstisch geholt. Weil sie sich damit das Feld öffnet. Und weil die Schweiz «dann am erfolgreichsten war, wenn SP und FDP zusammen politisierten», wie schon Ex-FDP-Präsident Fulvio Pelli 2009 in einem Streitgespräch mit SP-Präsident Christian Levrat gesagt hatte.

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