Der Kommentar: Kritiker schlagen Alarm: Die Schweizerische Nationalbank hat mit ihrem Angriff auf die Credit Suisse genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich wollte. Der Bank soll es nun schwerer fallen, sich mit frischem Eigenkapital zu versorgen. Zumindest kurzfristig mag dies richtig sein.

Die Kritik am Spitzengremium der Nationalbank ist überzogen. Der Auftritt von Thomas Jordan und Jean-Pierre Danthine am vergangenen Donnerstag in Bern war das Erfrischendste, was es seit langem in der politischen Arena zu sehen gab. Die Währungshüter zerpflückten die Bilanzen der Schweizer Grossbanken und legten die Schwachstellen schonungslos offen. Die Sprache war unverblümt und direkt.

Am neuen Stil der Nationalbank ist nichts auszusetzen. Er ist klarer und direkter als unter dem alten Präsidenten Philipp Hildebrand, der eleganter, aber auch abgehobener kommunizierte. Und wohl auch wirkungsvoller: Denn die Worte der SNB werden ihre Wirkung entfalten. Die CS wird ihren Eigenkapitalaufbau beschleunigen, was angesichts der Bedrohungslage im Euroraum auch nötig ist.

Die neue SNB mit Thomas Jordan passt gut zum direktdemokratischen System in der Schweiz. Man spricht offen aus, was Sache ist. Ein bisschen mehr Checks and Balances würde auch anderen Ländern guttun. Gerade in Deutschland und Frankreich, wo Regierungen und Banken die Probleme gerne unter den Teppich kehren. Das weltweite Finanzsystem wäre sicherer, wenn überall unerschrockene Währungshüter am Werk wären.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!