Die Wurzeln dieser goldenen Generation liegen mehrheitlich im Ausland. Es sind Spieler, die nicht im Kokon der Gutbürgerlichkeit aufgewachsen sind; die häufiger auf der Strasse und auch auf sich allein gestellt waren als andere Kinder; die das Zimmer mit zwei oder drei Geschwistern teilen mussten. Es sind Spieler wie Shaqiri, die im Winter zu Hause gefroren haben, weil das alte Bauernhaus in Augst keine Heizung hatte. Und es sind Spieler, von denen der eine oder andere erfahren musste, dass er in der Schweiz nicht wirklich willkommen ist.

Josip Drmic wurde von der Gemeinde Freienbach zweimal die Einbürgerung verwehrt. Besonders bitter war dies für ihn, weil er deswegen an jener U17-WM nicht teilnehmen durfte, an der die Schweiz den ersten WM-Titel überhaupt gewonnen hat. Doch die ablehnende Haltung der Freienbacher Behörden löste bei Drmic weder Resignation noch Ressentiments aus. Im Gegenteil: Er versuchte es ein drittes Mal, erhielt den Schweizer Pass und widerstand der Verlockung, ein Aufgebot der Kroaten anzunehmen.

Wer von der glorreichen U17, die 2009 Weltmeister geworden ist, hat den Sprung in die A-Nati geschafft? Nicht Janick Kamber, der Captain. Nicht Charyl Chappuis, der überragende Verteidiger. Nein, es sind Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez. Was wohl kein Zufall ist. Denn sie mussten als Kinder von Emigranten hartes Brot essen und haben sich auf der Strasse Biss, Durchsetzungsvermögen und Furchtlosigkeit angeeignet. Attribute, die heute selbst die begnadetsten Fussballer brauchen, um ihr Talent zu veredeln. Attribute auch, die der Natic in Brasilien ein Spiel ohne Grenzen beschert.

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