Zugegeben , der historische Vergleich hinkt, ist deswegen aber nicht falsch. Das kostenlose Internet ist der endgültige Sieg des Sozialismus. Die Verlage produzieren für viel Geld aufwendige Inhalte, die sie kostenlos an das Volk verteilen. Mehr noch: Sie schaffen ein publizistisches Monster, welches ihre bislang rentablen Printprodukte gnadenlos konkurrenzieren. Mehr Selbstkannibalismus geht nicht.

Die hochgesteckten Erwartungen an die Onlinewerbung haben sich überhaupt nicht erfüllt. Die Verlagshäuser verdienen ihr Geld bis auf Weiteres im lange verschmähten Print. Und so planen hierzulande das Newsnetz der Tamedia oder Ringier für ihre Newsportale Zahlschranken. NZZ.ch hat bereits diese Woche diesen Weg gewählt.

Ein kleines Problem bleibt: Lässt sich das kostenpflichtige Internet durchsetzen, solange andere Portale – wie etwa «20 Minuten» oder auch die SRG – ihre Inhalte weiterhin gratis abgeben? Hat sich im Netz nicht schon längst die Devise «Geiz ist ganz geil» durchgesetzt? «Bild»-Chef Kai Diekmann nimmt diese Fragen ernst. Er hat sich jetzt für ein Jahr nach Amerika abgesetzt. Um die Geheimnisse des Internets zu ergründen.

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