Der Kommentar: Die Luftwaffe macht schwere Zeiten durch. Ein abgestürzter F/A-18-Kampfjet, ein verunglückter Tiger F-5 und ein verlorener Super-Puma-Helikopter drücken auf die Moral der Truppen. Das Datum der Ausmusterung der Jet-Flotten rückt näher, und noch immer ist kein neuer Flieger in Sicht: Die vom Verteidigungsminister eingesetzte Expertengruppe liefert ihren Bericht zur Zukunft der Luftwaffe frühestens im Frühling 2017 ab.

Dass Korpskommandant Schellenberg nun auch noch eine vorzeitige Entwaffnung der Tiger-Flotte in Erwägung zieht, mag aus betriebswirtschaftlicher Perspektive Sinn machen. Doch die Armee ist kein profitorientiertes Unternehmen. Das Signal an die Piloten wäre kein gutes: Wir pfeifen aus dem letzten Loch und können uns nicht einmal mehr die Munition leisten.

Umso mehr sollten Bundesrat und Parlament den Beschaffungsprozess für ein neues Kampfflugzeug rasch vorantreiben. Verzögerungen im Zeitplan verlängern die Phase der Ungewissheit unnötig. Mit dem geplanten Upgrade der F/A-18-Flotte verringert sich zwar der Zeitdruck etwas. In Zeiten normaler Bedrohung reichen die F/A-18 aus. Dennoch ist es in breiten Teilen der Politik unbestritten, dass es einen Ersatz braucht. Sollte sich das sicherheitspolitische Umfeld eines Tages verschlechtern, ist die Schweiz als neutrales Land auf einen angemessenen Schutz ihres Luftraumes angewiesen. Es wäre falsch, aus ideologischen Gründen auf diese Reserve zu verzichten. Die Luftwaffe darf nicht kaputtgespart werden.

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