Der Kommentar: Die Geldpolitik der offenen Schleusen erweist sich immer mehr als Hypothek. Das billige Geld heizt die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt an. Um diese Inflation einzuschränken, hat die Nationalbank den sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer ins Leben gerufen, der die Banken verpflichtet, ihre Ausleihungen mit mehr Eigenkapital zu unterlegen. Das soll die Zinsen verteuern und so die Nachfrage bremsen.

Und tatsächlich: Vier Monate vor seiner Umsetzung zeigt das Instrument der Nationalbank seine erste Wirkung. Mit den Raiffeisen-Banken ist einer der wichtigsten Immobilienfinanzierer der Schweiz auf die Bremse getreten und hat die Zinsen deutlich erhöht. In Zukunft wird Raiffeisen nicht mehr doppelt so schnell wie der Markt wachsen.

Und doch, wer sich ein Haus kaufen will, muss nicht lange suchen, um auf ein sehr günstiges Finanzierungsangebot zu stossen. Ein paar Clicks im Internet genügen und man wird bei einem Online-Angebot fündig. Dahinter stehen nicht unseriöse Kreditvermittler, sondern Kantonalbanken mit Staatsgarantie. Besonders aggressiv unterwegs sind die Kantonalbanken aus Glarus und Baselland.

Das zeigt, dass der Markt für Hypotheken trotz massiver Eingriffe durch die Nationalbank weiterhin spielt. Das ist an sich keine schlechte Nachricht. Doch das Problem ist, dass der antizyklische Puffer sein hochgestecktes Ziel verfehlt, die Überhitzung des Immobilienmarktes einzudämmen. So wird die Immobilienblase immer bedrohlichere Ausmasse annehmen. Irgendwann wird sie platzen. Vielleicht in zwei oder auch erst in fünf Jahren.

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