Der Kommentar: Der Markt für Mietwohnungen boomt. Verzweifelte institutionelle Investoren, sprich Pensionskassen, suchen dort ihre Rettung vor dem allgemeinen Anlagenotstand. Gerade darum ist aber es für die Debatte wertvoll, wenn Unternehmen wie Raiffeisen und Moneypark gleichsam von der Seitenlinie des Mietwohnungs-Marktes her aufheulen.

Raiffeisenbank und Moneypark verfolgen eigene Interessen. Ihnen hat die Finanzaufsicht das Leben schwer gemacht, indem sie die Vergabe von Hypotheken strenger regelte. Seither sind ihnen viele Kunden verloren gegangen. Im Mietwohnungsmarkt dagegen sind Raiffeisen und Moneypark sehr viel schlechter aufgestellt.

Ihre Argumente sollten ohnehin ernsthaft diskutiert werden. Aber die Heftigkeit ihrer Kritik ist ein Indiz dafür, wie sich der Hypothekarmarkt abgekühlt hat und nun eine Übertreibung auf dem Mietwohnungsmarkt droht. Die Regulatoren bremsen den einen Markt; aber das billige Geld muss angelegt sein – und neue Probleme entstehen.

This time is different – dieses Mal ist es anders. Mit dieser Erklärung wurden über die Jahrhunderte immer wieder Finanzmarkt-Blasen gerechtfertigt. Dieses Mal gebe es aber wirklich gute Gründe dafür, dass die Börsenkurse immer höher klettern, hiess es stets. Dieses Mal ist es anders – das könnte jedoch auch dafür stehen, dass sich in der Schweiz die Probleme gerade woanders aufbauen. Nicht im Markt für Hypotheken, wie im letzten Immobilienboom, sondern im Markt für Mietwohnungen.

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