Der Kommentar: Es gab Zeiten, da hielten wir es für normal, dass die beiden Grossbanken zweistellige Milliardengewinne auswiesen. 12 Milliarden Franken verbuchte die UBS im Jahr 2006, 11 Milliarden die Credit Suisse. Rückblickend wirken diese Zahlen wie surreale Vorboten der Krise. Dass sie je zurückkommen – man bezweifelt es.

Die Gewinne waren teilweise auch wenig real, verbuchten doch die gleichen Abteilungen der Investmentbanken, welche die hohen Überschüsse prägten, in anderen Jahren die Verluste, die alles wieder zunichte machten. Seit ihrer Gründung hat die UBS Investmentbank insgesamt nur Verlust verursacht.

Etwas anders sieht die Situation im Private Banking aus. Hier haben die Schweizer Banken effektiv jahrzehntelang gut vom Bankgeheimnis gelebt. Jetzt, da es fällt, weil es sich politisch nicht mehr verteidigen lässt, zeigt sich, wie viel den ausländischen Kunden die Diskretion wert war. Die Zusatzmarge aufgrund der Diskretion ist weg – für alle Zeiten.

Auch der Abbau im Investmentbanking hat regulatorische Gründe. Die Banken geben diese Geschäfte nicht etwa auf, weil sie zur Einsicht kamen, dass sie zu riskant seien. Nein: Sie ziehen sich daraus zurück, weil die Auflagen des Staats für diese Geschäfte zu teuer wurden. Das ist ein feiner, aber bedeutender Unterschied – nicht die Erkenntnis treibt die Banken, sondern der Zwang. Letztlich bezahlen die Banken nun den Preis für den politisch gewollten Umbau des Bankenplatzes hin zu mehr Stabilität und Sauberkeit. Einen Preis, dessen Höhe man jetzt langsam abschätzen kann.

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