Das vergangene Jahr war von aussenpolitischen Fehlschlägen geprägt: Steuer- und Fluglärmstreit mit Deutschland, Angriffe auf den Finanzplatz aus den USA, und die EU hat Bern das Messer an den Hals gesetzt – der bilaterale Weg sei zu Ende, wenn die Schweiz in institutionellen Fragen nicht einen Teil ihrer Unabhängigkeit aufgebe.

Das neue Jahr aber hat – so viel kann man nach der WEF-Woche sagen – verheissungsvoll begonnen. Gleich sechs Bundesräte hetzten von Gespräch zu Gespräch, um bei ausländischen Ministern für eine Fortsetzung des bilateralen Weges zu kämpfen. Mit einem bemerkenswerten Resultat: Mehrere deutsche Minister gaben den Bundesräten zu verstehen, dass sie entgegen den Drohungen aus Brüssel am Bilateralismus festhalten wollen. Vizekanzler Philipp Rösler und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bekräftigen dies in Interviews mit dem «Sonntag».

Natürlich muss man die schönen Worte mit Vorsicht geniessen. Tatsache aber bleibt: Ein erster handfester Erfolg ist da. Die Schweiz wird im Februar erstmals am Tisch der G 20 sitzen und am Treffen der mächtigsten Wirtschaftsnationen teilnehmen. Von ihrer Wirtschaftskraft her müsste unser Land schon längst dabei sein, doch alle Bemühungen schlugen bisher fehl. Umso bemerkenswerter, dass dies gerade jetzt gelingt.

Die Angriffe auf unseren Finanzplatz und das Steuersystem werden deswegen nicht von heute auf morgen aufhören. Diese Woche aber hat jene Politiker Lügen gestraft, die unentwegt behaupten, unser Land habe keine Freunde mehr. Es gibt sie noch!

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