Oft sind es gering Qualifizierte ohne Lehrabschluss, die den Gang zum Arbeitsamt antreten müssen. Fertigungsprozesse, die viel Handarbeit benötigen, sind in der Schweiz kaum mehr konkurrenzfähig. Ganze Abteilungen werden deshalb ins billige Ausland verschoben. Das ist knallhartes Kostenmanagement, das aber dazu führt, dass die verbliebenen Jobs gerettet werden können. Das ist für die Berufsleute, die ohne Arbeit dastehen, natürlich kein Trost.

Kommt es zur Deindustrialisierung in der Schweiz? Ein paar Fakten deuten in eine andere Richtung: Die Metall- und Elektroindustrie beschäftigte vor einem Jahr 330 000 Angestellte. Von diesen Stellen gehen wegen der Frankenstärke nun 20 000 verloren. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Es ist davon auszugehen, dass die Firmen ab 2017 sich so weit erholt haben, dass sie wieder investieren und neue Jobs schaffen. Von einer Deindustrialisierung kann keine Rede sein.

Doch der moderne Industrieangestellte ist nicht mehr der klassische Fabrikarbeiter mit blauer Schürze und Schutzbrille im Gesicht. Gegen sein Verschwinden kann auch die bestgemeinte Industriepolitik nichts ausrichten. Das heisst aber nicht, dass die Politik gar nichts tun kann. Sie kann, ja sie muss den Opfern der Frankenstärke helfen und ihnen eine berufliche Perspektive bieten. Dafür braucht es Weiterbildungsprogramme.

Den grössten Beitrag aber kann der Staat leisten, wenn er nichts macht. Wenn er nicht noch mehr Gesetze, Verordnungen und Vorschriften gebiert, die die Wirtschaft in ihrer Entwicklung behindern. Die Bürokratie ist in der Schweiz längst zu einem Monster geworden, das für die Margen der Unternehmen eine ebenso grosse Gefahr darstellt wie der überbewertete Franken.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper