Darum hat dieser das Heft auch desavouierend auf ihrem Pult deponiert. Schliesslich haben die Redaktionen ihre Schreiberlinge nie nach Melbourne und Wimbledon geschickt, um Doppelfehler zu zählen. Sie sollten dem Idol der Nation nah sein. Und Storys bringen!

Dass da mal ein Schnupfen auf der Strecke bleibt – kein Problem. Aber eine Hochzeit! Eine Hochzeit!! Nein, das ist zu viel! Darum muss die Folter mit den farbigen Fotos sein. Das «Waterboarding» für jeden Federer-Experten, der nicht glaubhaft erklären kann, warum er diese Geschichte verpennt hat.

Klar verweisen die gepeinigten Tennis-Journalisten gern auf ihre Kollegen, die ebenfalls nichts mitbekommen haben. Aber damit dürfen sie nicht wegkommen. Darum hier, für alle Sport-Chefs, drei weitere Behandlungsweisen für die Penner im Tennis-Ressort:

Nackten Fuss fixieren, Salz drauf streuen. Eine Geiss holen und das Salz abschlecken lassen. Vorgang wiederholen.

Ohren und Nasen mit Honig einreiben. Ameisen holen und los gehts!

Schädelquetsche, Daumenschraube, Würgeisen. Die mit-telalterlichen Methoden sind effizient, bedürfen aber eines unerschrockenen Chefs, weil kein Tierchen die Arbeit über-nimmt.

Es gibt sicher Leser, denen das übertrieben scheint. Natürlich, die Folterbeschreibungen aus Guantánamo haben gereicht. Doch diese Woche hat noch andere brutale, wenn auch stillere Misshandlungen hervorgebracht.

Dass die Dicken schuld sein sollen an der Klimakatastrophe, bringt eine ganze Menschengruppe in Verruf. Die psych-ischen Folgen sind nicht absehbar.

Beim Casting zur Miss-Züri-Wahl mussten sich die Bewer-berinnen im Bikini auf einen Stuhl vor Jörg Kressig setzen – ich weiss nicht, ob mir da die Schädelquetsche nicht lieber gewesen wäre.

Und dann ist da noch Christine Köhli. Lebenspartnerin von Pepe Lienhard. Im selben Heft, wo Roger seine Mirka küsst, erzählt sie von ihrem barbarischen Schicksal: «Pepe bringt mir jeden Morgen einen Kafi und ein Joghurt ans Bett.»

«Was will Frau mehr?», schreibt die Journalistin herzlos dahinter. Sie ignoriert den Hilfeschrei von Frau Köhli. Furchtbar.