Der Kommentar: Im Scheinwerferlicht der Medien und am Rockzipfel der US-Justizministerin ging Bundesanwalt Michael Lauber gegen die Fifa und Sepp Blatter vor. Nichts gegen den Kampf gegen die grassierende Sportkorruption, aber es ist alles eine Frage der Prioritäten. Wenn die Bundesanwaltschaft gleichzeitig vorwärtsgemacht hätte mit der Bekämpfung der ungleich gefährlicheren und für die Schweiz folgenschwereren Cyberkriminalität, wäre gegen die Fifa-Show rein gar nichts einzuwenden. Aber Lauber hat das Problem Cybercrime bisher sträflich vernachlässigt.

Als Blender erweisen sich auch die fürstlich bezahlten Spezialisten der Ruag. Es ist peinlich, wenn sich ein Konzern, der Datensicherheit zu seiner Kernkompetenz erklärt, ein Jahr lang oder länger von irgendwelchen Hackern bestehlen lässt, ohne es zu merken. Schlimm wird es, wenn der erste in der Ruag-Medienmitteilung aufgeführte «Fakt» lautet: «Die Ruag ist ständig mit Cyber-Angriffen konfrontiert und es gewohnt, diese abzuwehren.» Da wäre ganz einfach eine Entschuldigung fällig und der Verzicht auf die letztjährigen «Leistungsprämien».

«Endlich Sicherheit schaffen!», lautete der diesjährige «Neujahrswunsch» des abgetretenen SVP-Präsidenten Toni Brunner. Diese Aussage, die natürlich an die anderen Parteien gerichtet war, ist ziemlich schräg, wenn man bedenkt, dass SVP-Bundesräte als Sicherheitsminister seit Jahren sowohl für die Informationssicherheit als auch für die Ruag zuständig sind.

Grosse Sprüche reichen nicht. Es ist höchste Zeit, dass einige Akteure ihre Verantwortung ernst nehmen.

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