Sein Facebook-Profilbild flimmerte über den Sender. CBS und Fox News zogen sofort nach. Online-Portale verlinkten auf seine Facebook-Seite. CNN-Reporter twitterten Links auf sein Profil. Die Fotoagentur AFP verbreitete sein Bild weltweit. Auch «Blick», «20 Minuten» und «Newsnet» veröffentlichten Ryan Lanzas Gesicht.

Sein Profilbild wurde innert Minuten 9308-mal geteilt. Seine Facebook-Freunde erhielten Mitteilungen wie diese: «Wie kannst du nur mit einem Monster befreundet sein?» Twitterer stürzten sich auf jeden, der Ryan Lanza hiess und beschimpften ihn. Selbst Medienprofessor Jeff Jarvis verlinkte auf das Profil einer falschen Person gleichen Namens.

Ryan Lanza, dessen Bild um die Welt ging, so stellte sich später heraus, ist der Bruder des Amokläufers. Er sass bei Ernst & Young in New York bei der Arbeit, als er im TV erfuhr, dass er 26 Menschen erschossen haben soll.

Wenn die Social-Media-Meute über falsche Täter herfällt, ist das traurig. Wenn die Medien-Meute über falsche Täter herfällt, ein unentschuldbares Versagen. Der pervertierte Wettbewerb um Breaking News ist verantwortlich für das 27. Opfer dieser unfassbaren Tragödie.

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