Der Kommentar: Ein Abbau von 10 000 Jobs bei der UBS, wie er offenbar geplant ist, ist eine grosse Sache. Vor allem für jene, die direkt davon betroffen sind. Mindestens so bedeutend aber sind die Ankündigungen, die in den Nebensätzen gemacht werden: Die Banken kürzen ihre riesigen Bilanzen.

Dahinter stehen – man hat es schon fast wieder vergessen – neue Regeln, die nach der Finanzkrise beschlossen wurden. Und die nun langsam wirksam werden. Bis 2018 müssen die Banken international beschlossenen Vorschriften von «Basel III» erfüllen. Bereits im kommenden Jahr werden neue Schweizer Regeln eingeführt. Und die Nationalbank übt Druck auf die Banken aus, noch lange bevor die offiziellen Übergangsfristen abgelaufen sind.

Dazu gehört auch, dass Bilanzen wieder etwas altmodischer analysiert werden. Das hoch komplizierte System, bei dem jedes Asset einer Bank mit einem Risikosatz gewichtet wird, ist zwar elegant. Es ist aber auch unübersichtlich und verleitet zum Ausnützen von Fehlern der Regulierung. Die zunehmend beachtete Leverage Ratio hingegen zeigt, wie wenig Kapital die Banken wirklich haben. Ein Institut, das wie die Credit Suisse auf 97 Franken Schulden nur 3 Franken Eigenkapital besitzt, ist nicht solide finanziert.

Ist nun Einsicht angekommen? Oder wurde einfach der Druck auf die Banken zu gross, als dass sie sich noch sperren konnten? Tatsache ist, dass der Abbau von Risiken mit schrumpfenden Erträgen verbunden sein wird. Alles andere wäre nur ein weiteres Eingeständnis von Fehlern in der Vergangenheit. Nicht wie viel Geschäft die Banken abbauen, wird daher entscheidend sein. Sondern welches.

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