Der Kommentar: Die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz (57) und die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr (50) müssen wegen parteiinterner Amtszeitbeschränkungen um ihre Ämter bangen. In der Zürcher SVP sind die Urgesteine Toni Bortoluzzi (66) und Hans Fehr (66) unter Druck, sie sollen den Banker Thomas Matter (47) nachrücken lassen. Und der älteste Parlamentarier in Bern, Jacques Neirynck (82, CVP/VD), sagte, es sei geradezu «kindisch», wie man versuche, ihn aus dem Amt zu jagen.

Neirynck hat recht. Die Forderungen nach Amtszeit- oder Altersbeschränkungen, wie sie diese Woche auch Vertreter von Jungparteien aufstellten, sind Quengeleien. Parlamentarier sind per definitionem Volksvertreter. Also soll das Volk entscheiden, ob ein Politiker seine Wiederwahl verdient.

Wir haben nicht zu viele Alte in der Politik, sondern zu wenig Junge. Mit einer Altersguillotine von 65, wie sie SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin (52) forderte, ist den Jungen nicht geholfen. Das Einzige, was hilft, ist eine professionelle Nachwuchsförderung. Und diese vernachlässigen die Parteien.

Das fängt auf der Gemeindeebene an. Diese Woche publizierte das Zentrum für Demokratie Aarau eine Studie, die zeigt, dass 60 Prozent aller Schweizer Gemeinden Probleme haben, ihre Ämter zu besetzen. Die ganz Jungen sind desinteressiert, die 30- bis 50-Jährigen oft beruflich und familiär zu wenig frei – also kommt es öfter vor, dass ältere Bürger in den Gemeinderat gewählt werden. Ist das schlimm in Zeiten, wo die Lebenserwartung steigt, die Wirtschaft ein höheres Rentenalter fordert und die Bereitschaft sinkt, sich für das Gemeinwesen zu engagieren? Nein, es ist zukunftsträchtig.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper