10 Prozent hat die Börse – gemessen am SMI – diese Woche zugelegt. Auf den ersten Blick eine eindrückliche Avance. Doch was nützt es einem Anleger, wenn er einen Posten UBS bei 70 Franken hat und der Kurs sich jetzt von Fr. 8.50 auf Fr. 11.– erholt hat? Man muss die Relationen sehen. Vor allem wenn ich bedenke, dass die wenigsten Leute im Keller dazugekauft haben.

UBS dominiert die Überlegungen der Kleinanleger. Kein Tag, an dem ich nicht angefragt werde, ob man jetzt UBS kaufen solle. Nachfragen ergeben, dass die Leute bei 50, 40 und 30 jeweils kauften, «weil die Aktie billig ist und sich wieder erholen wird», dass danach aber die grosse Stille herrschte. Es wurde nicht mehr dazugekauft, sondern der Kopf eingezogen – und seither werden die Wunden geleckt. Und wenn sich UBS nochmals 10 oder 20 Prozent erholen, spielt das auf der gesamten Position keine wirkliche Rolle.

Es ist auch eine unausrottbare Unsitte der Anleger, dass sie immer mit dem gleichen Titel ihre Verluste zurückholen wollen. Vergessen Sie es: Eine Aktie weiss nicht, dass Sie sie besitzen. Sie hat kein Herz und keine Seele, es ist einfach ein Stück Beteiligungspapier. Es hatte ja seinen Grund, dass sie so abstürzte. Und der Weg zurück ist um ein Vielfaches beschwerlicher.

Da lob ich mir die coolen Trader. Sie lecken ihre Wunden und wenden sich neuen Aktien zu. Die erfolgversprechender sind und eine Chance bieten, frühere Verluste wieder auszubügeln. Das wird sich in den nächsten Monaten verstärkt zeigen: ein zweiteiliger Markt. Hier die Aktien, die auch in der wirtschaftlichen Misere gut performen, und da die Schrottpapiere, die weiterhin darben werden.

Schauen Sie deshalb vermehrt auf die Kriterien: geringe Verschuldung, gute Ertragslage, Dividendensicherheit und professionelles Management. Solche Papiere werden Ihnen helfen, die harte Rezessionszeit, die uns schrittweise mehr betrifft, zu überleben, erfolgreich zu überleben. Lassen Sie sich nicht von Scheinerfolgen an der Börse blenden!