Der Kommentar: Adam Smith hatte sich die Bäcker ausgesucht. Damit wollte der Urvater der Ökonomie der Menschheit erklären, wie Märkte auch jenseits aller Regeln funktionieren können. Weil der Bäcker aus Eigeninteresse die besten Brötchen zum günstigsten Preis anbieten würde. Sonst würden Konkurrenten ihm die Kunden wegschnappen.

Man kann nur rätseln, wie Smith ausgerechnet auf die Bäcker kam. Wohl war er für eine leichte Trotteligkeit bekannt. Er soll im Pyjama durch die Strassen spaziert sein – vertieft in seine Gedanken. Einmal habe er ein Stück Brot in die Tasse getaucht statt eines Teebeutels – um dann auszurufen, der Tee schmecke fürchterlich. Doch analysierte er zumeist alles sehr gründlich.

Wie auch immer: Brötchen – und mit ihnen die ganze Lebensmittelindustrie – sind für das freie Spiel der Marktkräfte nur beschränkt geeignet. Das liegt vor allem an uns Konsumenten. Wir sind zu ungeduldig. Wer will darauf warten, dass der Wettbewerb schummelnde Bäcker aus dem Markt treibt?

Selbst die Lebensmittelindustrie will nicht auf den Markt allein vertrauen. Trickst ein Bäcker, leiden alle. Die Konsumenten verlieren auch in den seriösen Hersteller ihr Vertrauen. Deshalb ist die Branche schon heute schwer reguliert.

Nun muss sich die Branche auch noch an das Swissness-Gesetz gewöhnen. Wo das Kreuz drauf ist, müssen mindestens 80 Prozent der Zutaten aus der Schweiz kommen. Letzten Endes führt kein Weg daran vorbei. Wer Schweizer Produkte herstellt, kann sich nicht anders gegen Betrüger schützen.

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