Der Kommentar: Wer ist der bedeutendste Musiker des 20. Jahrhunderts? Louis Armstrong? Elvis Presley? Miles Davis? James Brown? Oder was ist mit den Beatles? Nein! Für uns ist es Riley Ben King. Besser bekannt als B. B. King.

Der an Auffahrt verstorbene Amerikaner ist nicht nur einfach der Vater des modernen Blues. Mit seiner eleganten, flüssigen Spielweise ist er auch Vater der modernen elektrischen Gitarre und hat Heerscharen von Gitarristen geprägt.

Dazu hat er als Sänger – was vielfach vergessen wird – die Verbindung zwischen Gospel und Blues hergestellt. Er hat damit das Fundament zum Soul gelegt und kann als Wegbereiter des Soul und des modernen Pop-Gesangs bezeichnet werden. Kein Zweifel: Ohne B. B. King müsste nicht nur die Geschichte des Blues, sondern auch die Geschichte des Rock und Pop anders geschrieben werden.

Darüber hinaus lehrt die Karriere von B. B. King mindestens zwei Lektionen, die für alle Musikerinnen und Musiker– unabhängig des Musikstils – Gültigkeit haben:
> 1. Gehe mit der Zeit, sonst vergisst sie dich.
> 2. Alle Virtuosität nützt dir nichts, wenn du nichts zu sagen hast.

Der King ist tot, doch es wird keinen Thronfolger geben. Zu einmalig war er. Zu gross seine Leistung, zu gross seine Hinterlassenschaft. Zu viele Kinder, Enkel und Ur-Enkel in Rock, Pop und Soul, die sich auf ihn beziehen oder die er direkt oder indirekt beeinflusst hat. B. B. King ist schon zu Lebzeiten eine Legende geworden und hat sich unsterblich gemacht. Der King ist tot, B. B. lebt ewig.

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