Der Kommentar: Das denkwürdige Interview gab SVP-Stratege Christoph Mörgeli am 28. Oktober 2007. Die SVP wolle ein «SVP-Jahrzehnt» einläuten und die Schweiz umbauen, sagte er in der «Schweiz am Sonntag». Im Dezember 2007 wolle die Partei drei Bundesräte stürzen: Samuel Schmid (SVP), Moritz Leuenberger (SP) und Pascal Couchepin (FDP). Und sie wolle dafür sorgen, dass in den nächsten Jahren Leute mit ihrem Gedankengut in Bundesverwaltung, Schule und Medien einziehen. Mit dem 12. Dezember 2007 waren diese Pläne Makulatur: Die Bundesversammlung wählte SVP-Übervater Christoph Blocher als Bundesrat ab.

Die konservative Revolution war gescheitert. Vorerst zumindest. 2015 nimmt die SVP einen neuen Anlauf. Wieder will sie die Schweiz umbauen. Nur formuliert sie es diesmal nicht mehr selbst. Es ist Politgeograf Michael Hermann, der seine Analyse im «Tages-Anzeiger» fast wörtlich formulierte wie Mörgeli 2007. Der 9. Februar habe den Boden bereitet für eine «konservative Revolution» der SVP.

Vielleicht hat er eine Zeitenwende eingeläutet. Die SVP tritt seither aggressiver und selbstbewusster auf. Sie hat drei neue Initiativen angekündigt: eine Asylinitiative, die das Asylrecht weitgehend beschneidet; eine Initiative, die nationales Recht vor Völkerrecht setzt und eine Initiative, welche die Kündigung der Personenfreizügigkeit verlangt.

Die Classe politique versuche, die Macht an sich zu reissen, sagte Christoph Blocher letzte Woche. «Sie will entgegen der Verfassung diktieren. Das ist diktatorisch – das Ende der erfolgreichen Schweiz.» Die SVP will nun im Parlament eine Mitte-Rechts-Mehrheit schaffen – mit FDP und GLP. Ob die Revolution 2015 gelingt, ist unklar. 2007 scheiterte die SVP am eigenen Hochmut. Schliesst sich der Kreis?

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