Die Vergangenheitsbewältigung könnte auch im eigenen Haus beginnen: Köppel (48) förderte Strehle (62) massgeblich. Als Redaktionsleiter des «Magazins» hatte er Strehle, damals Leiter Wirtschaft der «Weltwoche», erfolgreich als seinen Stellvertreter angeworben. Und nach Köppels Regeln spielte Strehle brav das Spiel der gezielten politischen Provokation.

Die Geschichte nahm ihren Lauf: Köppel wechselte zur «Weltwoche», Strehle übernahm das «Magazin». Köppel führte die «Weltwoche» nach rechts, Strehle steuerte innerhalb des Tamedia-Konzerns nach oben – bis an die Spitze des «Tages-Anzeigers».

Und Köppel wollte nicht gewusst haben, welch gefährlichen Linksaktivisten er gefördert hatte?

Zumindest so lange nicht, als Strehle beim «Tages-Anzeiger» mit dem AKW-Freund Markus Eisenhut ein Co-Chefredaktor zur Seite gestellt war? Nun steht Strehle allein an der Spitze und Köppel richtet über ihn. Man könnte entrüstet sein.

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