Diese Firmen beweisen sich täglich im weltweiten Wettbewerb, die Chefs sind Amerikaner, Briten, Deutsche, Schweden, die Schweizer sind oft in der Unterzahl. Das ist möglich, weil die Schweiz ein offenes Land ist und unsere Volkswirtschaft zu den globalisiertesten der Welt zählt. Aber im globalen Kontext herrschen nun mal globale Regeln. Und gemäss diesen Regeln kann ein CEO eben mehrere Millionen Franken verdienen. Ob dies nun einem passt oder nicht. Warum sagt kein Politiker, dass er einen Lohn von über 10 Millionen Franken zwar daneben findet, der Eingriff in die Vertragsfreiheit aber das grössere Übel sei?

Ein bekannter Verwaltungsrat eines grossen börsenkotierten Unternehmens sagte mir einmal, dass der Kampf gegen hohe Managerlöhne völlig falsch geführt werde. Statt komplizierte Eingriffe ins Obligationenrecht vorzunehmen, sollten Gegner exzessiver Löhne bei den Steuern ansetzen. Warum verlangt die Linke nicht, dass Gehälter ab 3 Millionen Franken deutlich höher besteuert werden? Dass die Progressionskurve neu gezeichnet wird? Die Manager könnten ihre Saläre weiterhin beziehen, doch sie müssten einen grösseren Teil davon an den Staat abliefern. Zwar wäre auch das ein massiver Eingriff, aber einer wenigstens, der seit Ewigkeiten zum Aufgabenbereich der Politik gehört. Schon im alten Ägypten wurden Steuern erhoben. Politiker vergessen, dass sie nur deshalb gewählt werden, weil sie ein Budget zu verteilen haben.

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