Die amerikanischen Schatzpapiere, genannt Treasuries, sind die Bomben mit Zeitzünder und riesiger Sprengkraft. Die US-Staatsschulden explodieren bei der jetzigen grosszügigen Geldvergabe ins Unermessliche. Mit schlussendlich dramatischen Konsequenzen, die die Finanz- und Kapitalmärkte erneut erschüttern werden.

Das US-Schatzamt muss derzeit pro Woche fast zehn Milliarden Dollar durch neue Geldaufnahmen hereinschaufeln, um die Zinsendienste leisten zu können. Unvorstellbare Summen. Und da gleichzeitig aber auch laufend ältere Treasuries zur Rückzahlung fällig werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Markt sich erschöpft und die Beine streckt.

Die Volksrepublik China und Japan halten derzeit rund 40 Prozent aller amerikanischen Schatzpapiere. Die chinesischen Reserven von über 2000 Milliarden Dollar sind zu einem Grossteil in Treasuries angelegt. Langsam, aber sicher sind die Chinesen den Amerikanern hier wehrlos ausgeliefert. Sie müssen fast zwangsmässig die laufenden Zinsen wieder in Schatzpapieren anlegen. Ob sie wollen oder nicht, der Haufen wird immer grösser.

Die Sorgen der Chinesen werden inzwischen sogar öffentlich geäussert. Erstaunlicherweise blieb es an den internationalen Finanzmärkten völlig unbeachtet: Peking forderte die Amerikaner letzte Woche eindringlich auf, die Notenpresse nicht gleich «25 Stunden im Tag» laufen zu lassen! China forciert auch die Diskussionen um eine weitere globale Leitwährung stark.

Eines ist heute schon offensichtlich: die amerikanische Währung wird durch die amerikanische Geldexpansions-Politik erneut geschwächt. Der Dollar wird sich mehr als nur eine Lungenentzündung holen. Ich habe dieser Tage mit einigen Währungsexperten geredet. Einer hat mir sogar die Wette angeboten, dass der Dollar noch im Laufe dieses Sommers unter einen Franken tauchen werde.

Das wird nicht nur eine Ka-tastrophe für unsere Exportindustrie sein. Es wird der Vorbote einer wilden Inflationsperiode werden. Doch darüber später mehr!