Der Kommentar: Spielen die Bianconeri (Schwarzweiss) gegen die Biancoblue (Blauweiss), ist das Leidenschaft, aber auch Hass pur. Lugano gegen Ambri: Stadt gegen Land. Banker gegen Bauern. Reich gegen arm. Es gibt kein Schweizer Derby, das stimmungsmässig an das Tessiner Eishockeyderby herankommt. Gewinnt Ambri (selten), singen die Fans die Siegeshymne «La Montanara». Gewinnt Lugano (oft), singen die Fans ebenfalls «La Montanara». Zum Spott.

Filippo Lombardi ist auch Präsident des HC Ambri-Piotta. Kein Zufall. Ambri hat, zusammen mit dem Filmfestival von Locarno, die grösste Ausstrahlung in die Deutschschweiz. Für Lombardi gibt es kaum Essenzielleres, als die Interessen des Tessins und der Gotthard-Region in der Schweiz zu vertreten. Seit zehn Jahren lobbyiert er in Bern für die zweite Gotthard-Röhre. Dass sich der Bundesrat dafür aussprach, ist sein (vorläufiges) Meisterstück.

Am Mittwoch wird Lombardi an fünf Orten Halt machen: Altdorf, Airolo, Bellinzona, Massagno und Lugano. Symbolisch ausgewählte Stationen. In Altdorf will er die Tradition der Gotthard-Kantone beleben. Früher stoppten Tessiner Bundesräte stets dort. Airolo ist seine Heimatgemeinde, Bellinzona politisches, Lugano wirtschaftliches Zentrum des Tessins, Massagno Wohngemeinde. Der Ur-Leventiner Lombardi, der fast in Lugano lebt, ist doppelter Brückenbauer: vom Tessin in die Schweiz und im Tessin selbst. In Lugano erzielte er 2011 sein bestes Wahlergebnis. Ihm gelang es seit dem Wiederaufstieg von Lugano und Ambri 1985 als Erstem, beide Präsidenten gemeinsam aufs Eis zu bringen: nach dem Tod von Star Peter Jaks. Für diese Brückenfunktion wird ihm Luganos Stadtpräsident Giorgio Giudici danken. Vom Bianconero zum Biancoblue. Symbolisch. Mit einem blauweissen Geschenk.

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