Erstens: Als Unterhaltungskonzern hat sich Ringier aus der publizistischen Ernsthaftigkeit verabschiedet. Das Kriterium der Relevanz ist ersatzlos aus dem journalistischen Anforderungskatalog gestrichen. Es zählt, was zieht – und der Name Hitzfeld zieht. Die Unterhaltungsindustrie hat ihre eigenen Tugenden. Glaubwürdigkeit, mit der Ringier-Boss Marc Walder seinen neuen Kolumnisten Hitzfeld feiert, gehört allerdings nicht dazu.

Zweitens: Ringier hat in ihrer Glimmer- und Promiwelt die Bodenhaftung verloren. Es ist die Paradoxie des auf Boulevard abonnierten Medienhauses, dass ihm in seiner Geschichte immer wieder das Gespür abging, wann Grenzen überschritten sind. Vor rund zehn Jahren wollte Ringier seine politische Macht ausspielen. Es richtete über Politiker (Peter Hess) und Botschafter (Thomas Borer) – bis es sich eine blutige Nase holte. Nun hat es die Toleranzgrenze am anderen Ende der Skala durchbrochen.

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