Ein immer undankbareres Geschäft, wie ich Ihnen schon kürzlich schilderte. Und mit einem Teil der aufgenommenen Gelder kauft das US Treasury gleich die eigenen früheren Anleihen auf. Eine verrückte Sache, schlimmer als der Hund, der sich in den Schwanz beisst und sich dabei immer schneller im Kreise dreht.

Da aber schon die ganze Welt mit Schatzscheinen überfüttert ist, wird es immer schwieriger, neue Käufer herbeizulocken. Früher garantierte der Nimbus des Greenbacks den Erfolg, heute ist vom Glanz nicht mehr viel übrig geblieben. Die internationale Geringschätzung habe ich kürzlich wieder lebhaft gesehen.

Da ist mir ein Swissair-Ticket der Economy-Klasse nach New York in die Hände gefallen. Ende der 60er-Jahre bezahlte ich dafür 2400 Franken. Was heute wohl 8000 bis 10 000 Franken entsprechen würde. Der Dollar war damals auch noch 4.30 zum Franken.

Heute ist es nur noch eine Frage von Monaten, bis er unter einen Franken taucht. Unaufhaltsam, auch wenn die USA mit aller Kraft Gegensteuer geben. Darum wundert es auch niemanden, wenn immer lauter der Ruf nach einer zweiten Weltwährung erklingt.

Die Chinesen sind dabei die treibende Kraft. Ihnen, so sagte mir ein chinesischer Handelsattaché kürzlich in Übersee, macht die Aussicht auf einen weiter erodierenden Dollar Angst. «Jede andere brauchbare Währung ist uns recht», liess er sich noch entlocken.

Für mich sind das die Vorboten einer um die Ecke lauernden Inflation! In den letzten Monaten hat sich die Verzinsung der US Treasuries von zwei auf über vier Prozent emporgeschwungen. 30-jährige Papiere nähern sich schon der 5-Prozent-Mauer. Das ist der erste, massive Ausdruck des Misstrauens seitens der grossen Geldgeber. Dieser Prozess wird sich beschleunigen, je mehr Schulden getätigt werden.

Die Konsequenzen sind klar: die Inflation wird global sein. Zuerst werden die langen Zinsen anziehen, dann die kürzeren. Zeit also, Kapital langfristig anzubinden. Die grossen Firmen machen das ja schon jeden Tag – meist unauffällig.

Ich habe mir eine zehnjährige Hypothek noch zu unter drei Prozent angeschnallt. Damit kann man auch in inflationären Zeiten gut leben. Sich rechtzeitig darauf einstellen heisst langfristig überleben!