Man muss sich das einmal in Ruhe überlegen. Inzwischen sind auch viele Befürworter des «Deals» aufgetreten, ebenfalls in Unkenntnis der ganzen Sachlage. Obendrein wurde ein neues Wort für eine Bankenschliessung erfunden: Ausknipsen. Das ist es angeblich, was die USA machen wollen und auch können, da sie das Dollar-Clearing kontrollieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was die «bösen» USA alles mit unseren «geliebten» Banken tun können, oder noch besser, tun werden, wenn wir nicht sofort dem ominösen «Deal» zustimmen.

Mir scheint, die Wetterkapriolen der letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Es ist klar, dass die Banken lieber ein Ende mit Schrecken haben als ein Schrecken ohne Ende, denn dann können sie sich wieder ihrem neuen «Weissgeld»-Bankgeschäft widmen, wofür sie auch grosszügig bereit sind, die eigenen Mitarbeiter als Teil des «Deals» ans Messer zu liefern. Man kann nur hoffen, dass wir bald wieder mit gesundem Menschenverstand argumentieren und den «Deal» dorthin schicken, wo er herkam. Denn die USA werden nicht den Grossteil der Schweizer Banken vom Dollar-Clearing ausschliessen. Sie mögen «Bullies» sein, aber sie sind keine «Dummies».

Wir müssen uns auch die Frage stellen, wie lange wir noch krampfhaft versuchen wollen, unser Bankgeheimnis, das schon lange keines mehr ist, gegenüber ausländischen Steuerhinterziehern zu verteidigen, wenn im eigenen Land schon die ersten kantonalen Steuervögte eine Aufhebung verlangen. Ronald Reagan hat den Satz geprägt: Stärke in der Welt fängt mit Stärke zu Hause an.

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