Der Kommentar: Die Nummer 1 im Smartphone-Geschäft wird Apple dennoch nicht zurückerobern, dafür ist der Vorsprung des koreanischen Konzerns Samsung, der auf eine breitere Produkte-Palette setzt, zu gross. Das iPhone 5 ist ein technisch erstklassiges Gerät, aber dennoch nur ein Smartphone unter anderen. Das ist auch gut so, weil Monopolisierungen nur selten gut sind. Anders war das vor fünf Jahren, als das erste iPhone auf den Markt kam. Zwar gab es damals schon smarte Handys mit Touchscreen. Doch es brauchte Steve Jobs (a.k.a. iGod), der uns mit einem ästhetisch und technisch vollkommenen Produkt weismachte, dass wir alle ein solches Gerät brauchen. Darin ist der wahre Geniestreich zu sehen.

Seither sind wir ständig mit dem Internet, dem neuronalen Netzwerk unseres Planeten, verbunden. Egal wo wir sind, das gesamte Weltwissen ist stets nur einen Fingerwisch entfernt. Nachrichten erreichen uns nicht erst am Abend im TV, sondern stets in Echtzeit. Der Einfluss des iPhones auf unser Leben ist kaum zu überschätzen – er ist vergleichbar mit jenem der ersten Handygeneration. Und Steve Jobs Wirken hat die Gesellschaft in diesem Land stärker geprägt als jenes aller Schweizer Politiker in den letzten fünf Jahren zusammen.

Hätten wir das letzte halbe Jahrzehnt im Tiefschlaf verbracht, wir würden kaum die Konsequenz einer noch so kontrovers diskutierten politischen Entscheidung bemerken. Doch wir würden uns wundern, warum alle in der Bahn mit dem Finger über ihr Handy streichen.

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