Der Kommentar: Und wieder eine neue Abgabe! In immer kürzeren Abständen muss die Suisa als Vertreterin der Unterhaltungsindustrie neue Gebühren erfinden, um die Einnahmen für ihre Klientel aufrechtzuerhalten. Denn laut Gesetz steht den «Urhebern» von Musik, Filmen und Ähnlichem eine Vergütung zu, wenn diese Werke privat kopiert werden.

Früher hiess Kopie vor allem: Man zeichnete einen Film auf Videokassette auf, um ihn zu archivieren. Oder man kopierte CDs, die man ausgeliehen hatte, auf Kassetten, um sie auch später noch hören zu können. Heute aber sind «Kopien» teil jeder Nutzung. Wer in einem Internet-Shop Musik erwirbt, muss diese Dateien irgendwo ablegen, um sie hören zu können. Etwa auf einem MP3-Player. Das ist nicht mehr die gleiche Kopie wie früher.

Das System der Abgaben krankt jedoch noch an etwas ganz anderem: an der Gerechtigkeit. Warum bezahle ich als Tablet-Nutzer, nicht aber als Besitzer eines Laptops? Und weshalb bezahlt der Geschäftsmann mit seinem Business-Tablet die Multimedia-Nutzung des Teenagers mit, der auf seinem Tablet vor allem Musik hört und Filme schaut? VHS-Kassetten dienten einst allen Nutzern gleichsam dazu, Fernsehsendungen aufzuzeichnen. Die Welt ist nicht mehr so einfach.

Seien wir doch ehrlich: Schon heute sind diese Abgaben nicht mehr wirklich verursachergerecht, sondern eine Form von Zwangs-Sponsoring. Es wäre ehrlicher, die Künstler direkt aus Steuergeldern zu sponsern und die komplizierten und teuren Sammel-Systeme der Suisa aufzugeben.

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