auf die Vorgabe, dass ihre Studierenden Lateinkenntnisse vorweisen müssen.

Der Kommentar: Die Abwärtsspirale ist seit Jahren im Gang: Immer weniger Gymnasiasten wählen Latein als Schwerpunkt- oder als Ergänzungsfach für ihre Maturität. Die Universitäten reagieren, indem sie für immer weniger Fächer Lateinkenntnisse voraussetzen. Die Schüler sehen deshalb immer weniger ein, weshalb sie die tote Sprache lernen sollen.

Die Entwicklung ist aus mehreren Gründen zu bedauern. Etwa aus sentimentalen von all jenen, die während der Cicero- und Ovid-Lektüre die tollsten Schulspässe ausgeheckt haben. Oder aus praktischen von jenen, die dank ihrem lateinischen Grundwortschatz sich leichter in allen lateinischen Sprachen wie dem Französischen oder dem Italienischen zurechtfinden. Oder schliesslich aus pädagogischen von denen, die um die Grundsubstanz der Kulturbildung im Curriculum fürchten.

Gerade die aktuelle Diskussion, wie sie etwa in Basel um die Ausdifferenzierung der Gymnasialschwerpunkte geführt wird, zeigt, wie wichtig es ist, dass im Schulplan der Fokus auf die sprachlichen und naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer gerichtet bleibt. PPP (Philosophie, Psychologie, Pädagogik) als gymnasialer Schwerpunkt erweist sich schon heute als modisch getrimmter Irrläufer. Latein wiederum stärkt als analytische Sprache ziemlich genau die Lernanforderungen.

Dennoch: Die geschilderte Abwärtsspirale ist nicht aufzuhalten, das Latein als Schulfach und Grundlage für manche Studienfächer ist nicht zu halten. Dies ist zu akzeptieren und auch keine Katastrophe: Die Bildungsziele lassen sich auch ohne Latein erreichen – und es gibt zu viele falsche Argumente, weshalb auf das Latein angeblich nicht verzichtet werden könne.

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