es ist geschehen, was angeblich «unmöglich» war im Land mit den sichersten Atomkraftwerken der Welt. Zwar schalteten die Reaktoren automatisch ab, als die Erde bebte. Ganz nach Plan. Doch weil die Brennstäbe auch danach noch viel Wärme produzieren, müssen sie gekühlt werden. Und dieses Kühlsystem versagte: Es erhielt keinen Strom mehr und die dazu notwendigen Diesel-Stromgeneratoren fielen «aus bisher unbekannten Gründen» aus. Im schlimmsten Fall kann das zur Kernschmelze führen, wie zuletzt 1979 in Three Mile Island in den USA.

Auch damals war ein solcher Vorgang «unmöglich», und seither hat die Forschung derartige Erfolge erzielt, dass er noch unmöglicher geworden ist – schliesslich glauben wir an den technologischen Fortschritt. «Unmöglich» war auch die Finanzkrise im Ausmass derjenigen von 2008/2009 – schliesslich glauben wir an das Funktionieren der Märkte. «Unmöglich» waren der Sturz von Mubarak und ein Aufstand gegen Gaddafi – schliesslich glauben wir den Regierungen Europas und der USA. «Unmöglich» ist noch vieles: Klimakatastrophen, ein Kollaps des Internets, die Rückkehr der Hyperinflation, das Ausgehen der Ölvorräte...

Bis es so weit ist. In unserer Mediengesellschaft stellen dann Politiker innert Kürze ultimative Forderungen auf. Die Berner SP verlangte gestern die «rasche Stilllegung des maroden AKW Mühleberg». In Deutschland fordert die Opposition den kompletten Atomausstieg.

«Fukushima» wird die AKW-Debatte wohl mit einer ähnlichen Wucht beeinflussen wie «Tschernobyl». Für die Schweiz zu einem brisanten Zeitpunkt, denn schon 2013 oder 2014 stellt das Volk in einer Abstimmung die Weichen für oder gegen neue AKWs.

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