Der Kommentar: Wenn die Frage nach berühmten, grossen Schweizer Unternehmen aufkommt, fallen schnell mal die Namen UBS und Credit Suisse. Die Banken gelten als die schweizerische Branche schlechthin. Auch nach allem, was in den letzten paar Jahren vorgefallen ist.

Fragt man jedoch ausländische Investoren, klingt die Antwort ganz anders. Die Roche ist nicht nur die an der Börse mit 215 Milliarden Franken am höchsten bewertete Schweizer Gesellschaft. Sie hat es vor kurzem auch erstmals unter die weltweiten Top Ten geschafft. Zwischen Chevron und IBM. Die Grossbanken sucht man hier oben vergebens.

Ausserhalb Basels wird die Pharma noch immer unter- und die Bankenbranche überschätzt. Oder hätten Sie gewusst, dass die Roche fast fünfmal so viel wert ist wie die Credit Suisse? Die Chemie- und Pharmafirmen im Index SMI sind zusammen fast viermal so viel wert wie die SMI-Banken.

Gemeinsam ist beiden Branchen, dass sie – zumindest zeitweise – als hoch rentabel galten und für exorbitante Managerlöhne bekannt sind. Und gemeinsam ist ihnen eine hohe Abhängigkeit von der Politik. Bei den Banken zeigt sich das derzeit in Form einer Regulierungswelle. Und die Pharmakonzerne sehen über sich das Damoklesschwert des schwindenden oder politisch bekämpften Patentschutzes schweben.

Gravierend ist diese Abhängigkeit, wenn sie einhergeht mit einer hohen Konzentration. Die Region Basel ist in einem gefährlich Ausmass von ihren «Chemischen» abhängig, so wie das Zürich von den Banken ist. Oder vielleicht eher war.

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