Der Kommentar: Am Morgen war UBS-VR-Präsident Kaspar Villiger noch an der Uni, am Nachmittag kam bereits die erste Kritik: Dieser Brückenkopf der Grossfinanz in der Hochschullandschaft könne nicht toleriert werden. Die Finanzierung einer Universität über Drittmittel ist tatsächlich eine delikate Angelegenheit. Geld kann stinken. Die 100 Millionen von der UBS tun es aber nicht.

Wer sagt, dass kritische Forschung unter den Auspizien der UBS unmöglich sei, verkennt Ökonomie-Professor Ernst Fehr. Der Direktor des Instituts für Volkswirtschaftslehre steht für das Gegenteil liberaler Dogmen ein. Wer seine Vorlesungen besucht, weiss das. Wollte die UBS Einfluss nehmen, hätte sie mit Ernst Fehr ein trojanisches Pferd eingespannt. Das ganze Projekt trägt deutlich seine Handschrift. Die neuen Lehrstühle unterstehen rechtlich der Universität und ihren Reglementen und Bestimmungen. Das Geld fliesst über eine Stiftung. Diese erhält einen Beirat aus Nobelpreisträgern, die das Projekt langfristig begleiten sollen.

Natürlich handelt die UBS eigennützig. UBS-CEO Ermotti sagte, diese Spende sei keine Imagepflege. Aber genau das ist es. Oswald Grübel investierte einst einen fast doppelt so hohen Betrag in Formel-1-Rennen. Nun fliesst Geld in die Bildung, statt in benzingeschwängertem Rundendrehen verschwendet zu werden. Das ist ein Paradigmenwechsel, der zu begrüssen ist. Man kann der UBS im Vorhinein bösartige Motive unterstellen, doch das ist unredlich. Unternehmenskultur kann sich wandeln. Die Zukunft wird zeigen, ob es der UBS ernst ist.

Die Uni braucht Geld. Sie soll Drittmittel annehmen, aber mit gebührender Vorsicht. In diesem Fall bürgt Ernst Fehr für künftige kritische Forschung.

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