Das Gegenteil von Zürich

Wer in Genf ein Café betritt, staunt nicht schlecht. Nicht etwa, weil der Gast hier für einen Kaffee nur 3.50 Franken bezahlt, sondern weil er auf eine selbstverständliche Freundlichkeit und Offenheit trifft: Keine bösen Blicke, wenn vierjährige Kinder vergnügt um die Tische tollen, kein genervtes Augenverdrehen, wird nachträglich zum Kaffee um ein Glas Wasser gebeten. «Bonjour madame!» und «oui, bien sûr» antwortet die Bedienung stattdessen.


Die mediterrane Wärme ist hier förmlich greifbar. Die lateinische Leichtigkeit – sie ist in Genf kein Klischee. Das deutschschweizerische Pendant Zürich könnte sich eine Scheibe davon abschneiden!

Kinderwagen in den Cafés etwa sind in der Limmatstadt unerwünscht, Sonderwünsche der Gäste verpönt. Einzig wenn es um einen «gsprützte Wiisse» geht, kennen selbst Freundlichkeit und Toleranz der Romands ihre Grenzen: Das Sommergetränk aus Weisswein und Mineralwasser ist ihnen gänzlich unbekannt.

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