Der Kommentar: Es war ein Scheitern mit Ansage. Mit einem Formrückstand in die Saison gestartet, war es Simon Ammann bis Weihnachten nicht gelungen, die Lücke zur Weltspitze zu schliessen. Aus den Leistungen in den letzten Trainings schöpfte Ammann zwar Zuversicht, die gesundheitlichen Probleme mit Fieber und Kopfschmerzen in den Tagen vor Tourneebeginn machten die guten Ansätze aber zunichte. Für einen Exploit hätte er angesichts des Ausgangsniveaus eine absolute Top-Verfassung und ein makelloses Selbstvertrauen gebraucht.

Es ist müssig, darüber zu spekulieren, ob Ammann ohne die Erkrankung im dümmsten Moment dazu in der Lage gewesen wäre, den dominierenden Österreichern Paroli zu bieten. Fakt ist: Der vierfache Olympiasieger wird sich den Traum vom Gewinn der Vierschanzentournee auch in diesem Jahr nicht erfüllen können. Damit dürfte Ammann der letzte grosse Sieg, der ihm in seiner Karriere noch fehlt, wohl endgültig verwehrt bleiben. Angesichts des eindrücklichen Palmarès des Toggenburgers ist das allerdings ein Makel, der zu verkraften ist. In der Ehrengalerie grosser Skispringer hat Ammann längst einen Platz auf sicher.

Spätestens im März wird der 20-fache Weltcupsieger bekannt geben, ob er seine sportliche Laufbahn über diese Saison hinaus fortsetzt. Im Moment deutet wenig darauf hin: Ammann hinterlässt den Eindruck, als sei der Skisprung-Zirkus nicht mehr ganz seine Welt. Dennoch wäre es verfehlt, Ammann frühzeitig abzuschreiben. Es ist ihm zuzutrauen, dass er nochmals auf die Siegerstrasse zurückkehrt. Bis zum zweiten Saisonhöhepunkt, den Skiflug-Weltmeisterschaften von Ende Februar im norwegischen Vikersund, bleibt noch etwas Zeit.

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