Bekim Alimi unterrichtet Religion und erzählt uns, wie sehr die muslimischen Jugendlichen die Gräueltaten beschäftigen, welche Milizen des Islamischen Staates (IS) im Namen ihrer Religion begehen. Für ihn ist unvorstellbar, dass ein Jugendlicher, der in einer Schweizer Moschee verkehrt, sich für den IS begeistern lassen kann. Der IS sei «unmenschlich und unislamisch».

Dass die Terroristen von einer lokalen zu einer globalen Bedrohung geworden sind, ist spätestens seit dieser Woche jedem klar: Weit weg vom Nahen Osten, in Australien, haben IS-Fanatiker geplant, australische Bürger zu enthaupten. 800 Polizeibeamte konnten die Attentate vereiteln; 15 Islamisten wurden festgenommen.

Die Beinahe-Katastrophe zeigt: Auch in westlichen Ländern leben Muslime, die für die Hass-Botschaften empfänglich sind, die sich nach Syrien und in den Irak aufmachen, um in den «heiligen Krieg» ziehen. Das ist schon schlimm genug, aber richtig beängstigend ist der Gedanke, dass sie eines Tages zurückkehren, eben nach Australien, aber auch nach Deutschland, nach Frankreich – oder in die Schweiz. Und dann hier, mitten unter uns, ihre blutigen Fantasien ausleben könnten.

Ein Verbot des IS in der Schweiz und die Aberkennung der Staatsbürgerschaft für IS-Rückkehrer, wie dies Politiker diese Woche forderten, sind gewiss richtige Massnahmen. Sie lösen das Problem aber nicht. Entscheidend ist, dass niemand in unserem Land zum Fanatiker wird. Das beste Mittel gegen jede Radikalisierung sind Bildung und Integration. Gefährlich sind nicht diejenigen Jugendlichen, die in die Moschee gehen, sondern jene, die isoliert sind, nichts zu verlieren haben und Hassprediger im Internet bewundern.

Vernünftige, liberale Imame und Lehrer wie Bekim Alimi spielen darum eine wichtige Rolle. Wir sollten froh um sie sein.

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