Dario Colognas Gold-Hypothek

Die Nachricht: Dario Cologna gewinnt bei seinem ersten Einsatz an den Weltmeisterschaften im schwedischen Falun die Silbermedaille.

Der Kommentar: Es spricht für den Status eines Sportlers, wenn von ihm nur das Beste erwartet wird. Also der Sieg, die Goldmedaille. Und es gehört zu den Eigenschaften eines Champions, dass er sich bei der Zielsetzung am Höchsten orientiert. Am Sieg, an der Goldmedaille. Auf Dario Cologna trifft beides zu. Mit seinen Erfolgen in der Vergangenheit, insbesondere seinen drei Olympiasiegen in Vancouver und Sotschi, hat der 28-jährige Bündner nicht nur die Erwartungen der Schweizer Sportfans, sondern auch die eigenen Ansprüche in die Höhe geschraubt.

Ist eine WM-Silbermedaille für Cologna also als Niederlage zu betrachten? Ein Blick zurück hilft, in dieser Frage die Relationen zu wahren: Das Silber im Skiathlon von Falun ist erst Colognas dritte Medaille an Weltmeisterschaften. Als er dort 2011 in Oslo zum ersten Mal als einer der grossen Favoriten antrat, scheiterte er daran, dass das Schweizer Serviceteam mit den schwierigen Schneeverhältnissen nicht zurechtkam. 2013 holte er dann im Val di Fiemme eine Gold- und eine Silbermedaille.

Vor diesem Hintergrund ist die silberne Auszeichnung zum WM-Auftakt in Falun nicht hoch genug einzuschätzen. Andere Topfavoriten wie Petter Northug oder Marcus Hellner sahen das Podest nach dem gestrigen Rennen nur von weitem. Beeindruckend ist Colognas Leistung auch deshalb, weil er mit einer Hypothek in die Saisonvorbereitung gestartet war. Die Spätfolgen der Fussverletzung, deren Heilung sich zugunsten der beiden Olympia-Goldmedaillen von Sotschi verzögerte, begleiteten ihn bis in den Herbst. Dennoch hat er rechtzeitig auf die WM seine Topform erreicht. Und hat dort nächste Woche nochmals zwei Chancen auf Gold.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper

Artboard 1