Der Kommentar: Oh, wie das nervt! Wenn den Jugendlichen geraten wird, wieder einmal ein Buch zu lesen oder im Zug den Blick aus dem Fenster zu werfen, statt ständig nur auf das Display ihres Smartphones zu starren. Wenn die ältere Generation darüber jammert, dass die heutige Jugend nichts Besseres zu tun hat, als ihren Facebook-Status auf dem Laufenden zu halten, Selfies zu klicken und ein Foto vom neuen T-Shirt über Whatsapp zu verschicken.

Was ist so verkehrt daran, im ständigen Austausch mit seinen Freunden zu sein? Nie war die Jugend besser vernetzt als heute. Eine Studie beweist: Wer aktiv mit den neuen Medien umgeht, nimmt auch aktiver am realen Leben teil. Ausserdem ist die Jugend besser informiert. 30 Prozent liest mehrmals pro Woche bis täglich Online-Tageszeitungen. Fast doppelt so viele wie im Jahr 2010, als noch nicht der allergrösste Teil der Minderjährigen ein Smartphone besass. Auch wenn die meisten auf den Onlinemedien nur kurz die Neuigkeiten lesen wollen, hat dies den positiven Effekt, dass sie dadurch mehr von der Welt mitbekommen. Ein Fünftel der Jugendlichen gibt an, sich mehrmals in der Woche über nationale Politik zu informieren.

Den Kulturpessimisten bleibt der Eintritt in diese neue Art von Jugendraum in der virtuellen Welt versperrt. Trotzdem sollten sie sich damit abfinden, dass die heutige Jugend sozialer, schlauer und ehrgeiziger ist, als sie damals selbst waren. Glauben Sie dies nicht, beruhigt vielleicht Folgendes: Immerhin macht die Jugend nichts Dümmeres, während sie auf ihr Smartphone starrt.

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