Der Kommentar: Es will einfach nicht klappen mit dem Sieg für Didier Cuche am Lauberhorn. Der Triumph beim Heimrennen fehlt dem 37-jährigen Routinier nach wie vor. Dreimal war er in Wengen schon Zweiter. Gestern unternahm er seinen 13. Versuch, im Berner Oberland zum ersten Mal ganz oben auf dem Podest zu stehen. Er scheiterte. Mit Rang 15 setzte es sogar eine Enttäuschung ab, die der Romand erst einmal wegstecken muss.

Cuche stand gestern noch lange allein im Zielraum. Alle anderen Fahrer waren schon lange weg, das Siegerpodest von Beat Feuz abgebaut, als auch Cuche das Zielgelände verliess. Er brauchte Zeit, um nachzudenken. Noch weiss man nicht, ob es seine letzte Saison ist und es somit der letzte Versuch war, in Wengen zu gewinnen. Über die Zukunft will Cuche noch nicht sprechen. Er sagt nur: «Schon einige Male bin ich in Wengen schlecht gefahren, und in Kitzbühel sah schon alles wieder anders aus.»

Sicher ist: Die Diskussionen werden jetzt wieder beginnen. Mit Beat Feuz hat die Schweiz einen neuen Superstar. Der Generationenwechsel hat begonnen. Ist die Zeit von Cuche also vorbei? Nein. Es wäre falsch, den 37-Jährigen abzuschreiben. Man darf nicht vergessen, dass er in Lake Louise zu Beginn der Saison eine Abfahrt gewonnen hat. Die schwierige Strecke in Kitzbühel beherrscht wohl keiner besser. Es ist also gut möglich, dass er schon in einer Woche wieder der gefeierte Held ist.

Vielleicht muss sich Cuche aber damit abfinden, dass er seine beeindruckende Karriere dereinst ohne den Sieg in Wengen beenden muss. Erzwingen kann man nichts. Das gilt besonders am Lauberhorn. Schmälern würde das den Wert seiner bisherigen Erfolge definitiv nicht.