Antwort von Oswald Grübel: Ein kleines Wunder geschah letzte Woche. Die BIZ in Basel – die Bank für internationalen Zahlungsausgleich, die Bank der Zentralbanken und selbst ernannter internationaler Oberregulierer – gab den Kommerzbanken der Welt weitere vier Jahre, um ihr Liquiditätspolster aufzubauen. Schon meldeten sich «besorgte» Journalisten, ob das nicht ein Aufweichen der Bankenregulierung sei und wir wieder in den alten Schlendrian verfallen.

Nein. Es ist die Einsicht der BIZ, dass die Weltwirtschaft und insbesondere die europäische Wirtschaft nicht stark genug ist, um diesen gewaltigen Liquiditätsentzug ohne Schaden zu verkraften. Wir reden hier von Tausenden Milliarden, die unproduktiv auf den Konten der Zentralbanken liegen.

Aber das ist nur eine von vielen Massnahmen, die die Regulatoren den Banken verordneten. Die Banken sagten schon damals ganz klar, dass diese Massnahmen die sich anbahnende Rezession verschärfen würden. Aber die Politik war in einem Rausch der Bankenkontrolle und hörte nicht auf die logischen Erklärungen. Sie gab den Aufsichtsbehörden freie Hand, die Banken zu knebeln, damit sie keinen Unfug mehr machen.

Jetzt hat zumindest die BIZ teilweise erkannt, dass das ein Fehler war und dass kleinere Banken auch eine kleinere Wirtschaft bedeuten. Die Anforderungen an die Schweizer Banken sind im internationalen Vergleich die höchsten und werden demnach auch den stärksten Einfluss auf unser Wirtschaftswachstum haben. Aber das wird erst aktuell, wenn es tatsächlich passiert. Denn vorausschauend planen würde ja heissen, man wisse, was man tut.

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