Die Schweiz steckt mitten in einem Wertewandel. Dementsprechend gross ist die Nervosität bei den Parteien. Die Unsicherheit ist gross – viel grösser als in anderen Wahljahren. Die SP schwächelt und hat vor allem seit dem Parteitag in Lausanne ein massives Imageproblem. Die Linke ist im Kriechgang. Auch die CVP ist in der Defensive. Und es fragt sich, ob die BDP – sollte Bundesrätin Evelyne Widmer-Schlumpf abgewählt werden – überhaupt eine Zukunft hat?

Nur die SVP strotzt vor Selbstvertrauen. Die Mitte-Parteien haben natürlich gemerkt, dass der Wind gekehrt hat, neigen mehr denn je nach rechts und beackern heute auch Themen wie die Ausländerpolitik, welche die SVP starkgemacht haben. Die Parteien spüren es: Die Bewegungen und Verschiebungen bei den anstehenden eidgenössischen Parlamentswahlen im Herbst dürften deutlicher und fundamentaler ausfallen als bisher angenommen. Ein markanter Rechtsruck ist wahrscheinlich und eine Mitte-Rechts-Regierung denkbar.

Der Wind hat gedreht. Der Bundesrat widerspiegelt heute immer weniger die politische Stimmung im Schweizervolk. Im Bundesrat herrscht ein politisches Ungleichgewicht. Angesichts dieses Wandels ist es wichtig und richtig, dass über die Zusammensetzung des Bundesrates diskutiert wird. Auch über die Möglichkeit einer Rechts-Regierung.

Der Bundesrat muss in seiner Zusammensetzung der politischen Realität angepasst werden. Eine Korrektur ist nötig. Doch ob es klug ist, den Bruch mit der SP zu riskieren? Die Konkordanzregierung der vier stärksten Schweizer Parteien hat sich über die Jahre bewährt. Es ist das politische Modell der Schweiz – das Erfolgsmodell.