Man sollte meinen, dass wir nach der Erfahrung mit Island 2009 etwas dazugelernt hätten. Auch die EZB hat nichts dagegen getan, als sich der Zustand der zypriotischen Banken zunehmend verschlechterte. Dieselbe EZB ist die neue Bankenaufsicht für 6000 Banken im Euroland.

Ausgelöst hat die Panik in kurioser Weise die vorgeschlagene Lösung – nämlich, dass die Bankkunden mit ihren Guthaben 6 Milliarden Euro von insgesamt 16 Milliarden beisteuern sollen. Dieser Vorschlag ist nicht völlig inakzeptabel, wenn man bedenkt, dass die Hälfte der Einlagen aus Russland kommt und Zypern nicht dafür bekannt war, sich an die europäischen Sorgfaltspflichten für Banken zu halten.

Die präsentierte Lösung war leider nicht gut durchdacht, denn sie verlangte auch von versichert geglaubten Guthaben von unter 100 000 Euro Abzüge, und das schockte viele Bankkunden in den Euroländern. Was immer am Ende die Lösung sein wird, wir werden Zeuge sein, wie ein kleines Land die übrigen Mitglieder der Eurozone erfolgreich erpressen kann.

Die Eurozone kann sich nicht erlauben, Zypern zum Austritt zu zwingen, auch nicht indirekt. Die Märkte würden sofort daraus schliessen, dass das auch mit anderen Staaten der Eurozone passieren könnte.

Brandy Sour ist übrigens das zypriotische Nationalgetränk, bestehend aus 2 Teilen Brandy, 1 Teil Zitronen-Squash, ein paar Tropfen Angostura auf Eis, mit Limonade aufgefüllt. Prost!

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!