Die EU übersah in ihrem missionarischen Eifer, die Ukraine an sich zu binden, dass die Politiker, die sie unterstützte, korrupt waren und nicht mehr das Vertrauen des Volkes genossen. Ein krasser aussenpolitischer Anfängerfehler, der ganz klar zeigt, dass die EU als Staatengemeinschaft noch nicht in der Lage ist, eine vernünftige, gemeinsame Aussenpolitik umzusetzen, was wiederum die Zweifler an der EU nicht verstummen lässt und ihnen laufend neue Munition gibt.

Der Ukraine-Konflikt ist zu einem EU-Konflikt geworden, beeinflusst durch die USA. Profiteur ist die russische Regierung. Russland hat mit der Waffe der Demokratie, per Volksabstimmung, die Krim zurückerobert. Diejenigen von Ihnen, die sich in der Geschichte etwas auskennen, müssen sich am Anfang des 20. Jahrhunderts wähnen. So hat man damals Kriege angefangen. Es ist nur zu hoffen, dass alle Beteiligten die Nerven behalten und nicht noch mehr unsinnige Äusserungen von sich geben. Hat man sich einmal von einem korrupten Regime abhängig gemacht, kann man es nicht mehr mit Sanktionen belegen.

Diese Krise sollte der EU als Ansporn dienen, ihre Aussenpolitik besser zu koordinieren und effizienter umzusetzen. Solange das nicht passiert, wird der Euro zur Schwäche tendieren, und das betrifft wiederum uns, denn, falls Sie es schon vergessen haben, unser Franken ist zurzeit per Nationalbankdekret ein Euro.

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